Die lieben Menschlein bei Twitter wissen sicher, was bei mir in letzter Zeit so los war. Erst die mehr oder weniger einvernehmliche Trennung nach 6 1/2 Jahren von meinem Freund, dann die Suche nach einer neuen Bude, gefolgt vom plötzlichen Bestehen des Staatsexamens & meiner darauf folgenden Panikattacke, weil ich keine Sekunde für die mündliche Prüfung gelernt hatte sowie diversen Treffen mit Kerlen, die ich über uminöse Apps kennen gelernt habe (an dieser Stelle sei Platz für Interpretation gelassen).
Und wo stehe ich nun? Irgendwie wieder ganz am Anfang. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich jetzt glücklich bin. Verrückt wie sehr eine unglückliche Beziehung einen erdrücken kann. Der Gedanke "Das soll's jetzt gewesen sein? Ernsthaft? So soll der Rest meines Lebens aussehen?" war dauerpräsent. Umso dankbarer bin ich meinem Exfreund, dass er den Schritt der Trennung übernommen hat, denn die größte Angst, nämlich die vor dem allein sein, hätte mich für den Rest meines Lebens davon abgehalten, diesen Weg einzuschlagen. Und auch wenn ich während des Umzugs todtraurig war und vermutlich sämtliche Flüssigkeit in mir in Form von Tränen vergossen habe, könnte ich heute nicht glücklicher sein.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich da einen gewissen Typ kennen gelernt habe, der mich wieder zum Strahlen bringt. Ich glaube ich hatte in den letzten Jahren total vergessen oder verdrängt, dass man als Paar auch Dinge zusammen erleben kann und nicht nur nebeneinander her vegetieren sollte. Das eine Beziehung eben auch bedeutet, sich für den anderen zu interessieren, ihm zuzuhören (auch wenn das bedauerlicherweise nicht meine Stärke ist) und den anderen zu respektieren.
Diese Punkte hören sich, nachdem ich sie mir nochmal durchgelesen habe, so unglaublich schnulzig und nicht zuletzt eigentlich selbstverständlich an. Waren sie für mich in den letzten Jahren aber nicht. Schockierenderweise habe ich sie sogar "verlernt". Daher war ich auch völlig überfordert als mein neuer Freund Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen machte. Sowas kannte ich einfach nicht mehr. Bei meinem Exfreund gehörte die Aussage "Mach das doch mit deinen Mädels." zur Standardantwort, die ich auf jeden meiner Vorschläge erhielt. Und das 2 Jahren lang. Doch irgendwann wird man wohl einfach zu bequem, um der Tatsache ins Auge zu sehen, dass es so nicht weiter gehen kann.
Nun sitze ich hier, in der Bude meines neues Freundes (die ich schon einer Kernreinigung unterzogen habe) und frage mich, wie ich all die Jahre so leben konnte. Wenn ich Bilder von damals sehe ist mein einziger Gedanke "Zum Glück bist du aus der Nummer nochmals rausgekommen.". Ich war wirklich unglücklich. Sehr, sehr unglücklich. Aber nach so einer langen Zeit, will man auch nicht alles wegschmeißen, nur weil man nicht mehr die rosarote Brille aufhat. Letzten Endes war es aber die richtige Entscheidung.
Nun bin ich frei. Genau so fühlt es sich nämlich an, aus einer derart erdrückenden Beziehung zu kommen. Ich kann endlich wieder "ich" sein. Die laute und chaotische Nina. Und das liegt nicht zuletzt daran, dass mein neuer Partner mich eben genau so gern hat, wie ich bin. Mit all meinen Ecken und Kanten. Ich bin endlich wieder rundum glücklich. Und ekelhaft verliebt.
Kitschiges Bild.
Nina out.














